Michael Kayser
Meine Musik
Nicht jede Unebenheit muss geglättet werden
Nicht jede Unebenheit muss geglättet werden
- Rubrik: Gedanken
- erstellt mit SUNO
- veröffentlicht am 5. September 2026
- Genre: Soft Rock
- Dauer: 4:39
- SUNO-Version 5.5
- Cover erstellt mit Canva | Foto: Canva
Nicht jede Unebenheit muss geglättet werden
Zwischen Menschen muss nicht immer alles vollkommen harmonisch sein. Es darf unterschiedliche Meinungen geben, Enttäuschungen, Verstimmungen oder Momente, in denen etwas einfach nicht ganz rund läuft.
Dieser Gedanke handelt davon, den eigenen Anteil zu erkennen und Verantwortung dafür zu übernehmen – ohne sich gleichzeitig für jede Stimmung und jedes Gefühl anderer verantwortlich zu machen.
Ein musikalisch begleiteter Sprechtext über Harmonie, Verantwortung und die Erkenntnis, dass nicht alles sofort repariert werden muss.
Lyrics
Es ist schön, wenn alles in Ordnung ist.
Wenn niemand enttäuscht ist.
Wenn niemand sauer ist.
Wenn keine Spannung im Raum liegt und man das Gefühl hat, mit allen im Reinen zu sein.
Doch manchmal wird aus dem Wunsch nach Harmonie etwas anderes.
Dann beginnt man, sich für jede Verstimmung verantwortlich zu fühlen.
Jemand reagiert plötzlich anders – und sofort fragt man sich, was man falsch gemacht hat.
Jemand ist enttäuscht – und man beginnt zu erklären.
Jemand ist sauer – und man versucht zu beschwichtigen.
Es entsteht eine unangenehme Spannung – und man möchte sie möglichst schnell aus der Welt schaffen.
Man schreibt Nachrichten, erklärt sich ausführlicher als eigentlich nötig und übernimmt manchmal sogar Verantwortung für Dinge, für die man gar nicht verantwortlich ist.
Hauptsache, es ist wieder alles gut.
Doch nicht alles muss sofort wieder gut sein.
Menschen dürfen enttäuscht sein.
Sie dürfen anderer Meinung sein.
Sie dürfen schlechte Laune haben.
Und ja, sie dürfen auch einmal sauer auf uns sein.
Nicht jedes unangenehme Gefühl eines anderen Menschen ist eine Aufforderung an uns, etwas zu reparieren.
Natürlich sollten wir unser eigenes Verhalten hinterfragen.
Habe ich jemanden verletzt?
War ich unfair?
Habe ich mich im Ton vergriffen?
Gibt es etwas, für das ich Verantwortung übernehmen sollte?
Wenn die Antwort Ja lautet, gehört es zur eigenen Haltung, dazu zu stehen.
Aber wenn wir ehrlich auf unser Verhalten geschaut haben, dürfen wir die Gefühle des anderen auch dort lassen, wo sie hingehören:
bei ihm.
Denn wir können respektvoll sein, ohne dafür sorgen zu müssen, dass jeder mit uns zufrieden ist.
Wir können eine Entscheidung treffen, obwohl jemand sie nicht gut findet.
Wir können Nein sagen, obwohl jemand darüber enttäuscht ist.
Wir können eine Grenze setzen, obwohl sie einem anderen nicht gefällt.
Und wir können eine Meinungsverschiedenheit stehen lassen, ohne so lange daran zu arbeiten, bis endlich wieder Harmonie herrscht.
Vielleicht besteht die eigentliche Herausforderung darin, unterscheiden zu lernen:
Was gehört zu mir – und was gehört zum anderen?
Meine Worte gehören zu mir.
Mein Verhalten gehört zu mir.
Meine Entscheidungen gehören zu mir.
Und für all das trage ich Verantwortung.
Aber die Reaktion eines anderen Menschen darauf gehört nicht automatisch ebenfalls zu mir.
Harmonie ist etwas Schönes.
Doch wenn ihr Preis darin besteht, ständig zu erklären, zu beschwichtigen, nachzugeben oder Verantwortung für die Gefühle anderer zu übernehmen, wird aus Harmonie irgendwann Selbstaufgabe.
Vielleicht muss deshalb gar nicht immer alles sofort wieder gut sein.
Manchmal darf etwas auch einfach eine Weile unangenehm sein.
Und manchmal darf ein anderer Mensch unzufrieden mit uns sein, während wir trotzdem wissen:
Ich habe mich respektvoll verhalten. Ich habe meinen Teil verantwortet. Mehr muss ich gerade nicht reparieren.
